Wie ich dich traf

Als ich seinerzeit einen rosa Elefanten traf, der mir von blauen Tomaten erzählte, kam ein kleiner Riese des Weges und fragte ob er eine Scheibe Wurst haben dürfte. Da sagte das Stinktier, das auf einem hohem Baum Melonen verspeiste, die Milchcremefüllung sei ihm zu bitter und ich müsse deswegen dreimal mit einer bunten Fahne herum schwenken, um den Fernseher in eine Giraffe zu verwandeln, die mir erzählen würde, warum der Käse Schokolade enthält. Daraufhin schrie ein Kaninchen, dass das Einhorn endlich den Quark auf die Titanic bringen solle, um beim Bau einer Tasse neben zwei Miesmuscheln den Kassettenrekorder auf Unzerstörbar zu stellen. Danach solle das Brot im Klo den Hammer auf die Kirche legen, wodurch der entfaltete Buchrücken einem Würfel Tabak in den Tee gießen könne, um ihn an das Fest der sieben Erbsen zu erinnern. Da sprach der Tisch dazwischen, er wolle doch bloß dem gelb gepunkteten Hut das springen beibringen, um bei der nächsten Kreuzung einem Pfahlbau das Fürchten vor grünem Wacholder zu stehlen, damit der Rabe, der gerade einer großen Menge von Einzellern den Kühlschrank versprach, rechtzeitig afrikanische Kürbisse an Arme und Zehen klemmen könne. Ich schüttelte deswegen einen Stuhl, woraufhin Blumendünger aus allen drei Öffnungen fiel, die der Clown im dunklen Birnengemüse hinterlassen hatte. Das sah der Löffel, und als er nun, vom vielen Vegetarismusgerede der Frauen im Haus der Nonne eine Cousine des Pferdes im grauen Gewölbe meiner untersten Schublade ganz stofflich geworden, anfing zu summen, da kamst du vorbei und fragtest, was der ganze Unsinn solle. War doch so in etwa, oder?

19.10.16 03:57, kommentieren

Begegnung in der Nacht (Arbeitstitel)

Es ist Nacht in der Stadt. Das Haus schläft. Nur zwei nachtschwärmende Seelen sitzen auf ihren Balkonen. Sie zieht an ihrer Ziggarette und schaut in die Dunkelheit. Sehnsüchtig. Als würde sie auf etwas warten. Er, über ihr, lehnt sich zurück und singt die ruhigen Melodien, die er aus seinem Radio spielen lässt. Träumerisch. Als ob tief in ihm etwas fehlen würde.
Unten auf der Straße fahren Autos ihrer Wege.
*He, Sie. Was ist mit Ihnen los?* fragt sie nach oben.
Die Musik verstummt.
*Haben Sie keine Angst. Ich bin`s doch nur...* sagt Sie ruhig.
Schweigen. Eine Zeit lang. Der Wind rauscht leise...
*Die Einsamkeit...* sagt Er.
Sie blickt nach oben. Das Gesicht eines jungen Mannes sieht ihr entgegen. Etwa ihr Alter.
*Kommen Sie mich doch besuchen.*meint Sie aus einer Laune heraus.*Ich kenne das Gefühl...*
Er verschwindet aus ihrem Blickfeld.
Kurz darauf läutet es bei ihr. Sie geht zur Tür.
Vor ihr steht der junge Mann. Im Morgenmantel, ein Radio in der Hand.
*Ja, leisten wir uns doch gegenseitig Gesellschaft.* meint er.
*Trinken Sie Wein?*
Er nickt und setzt sich auf den Balkon. Sie bringt ein Paar Gläser, schenkt ein, setzt sich. Gläser klingen. Sie lauschen der Musik.
*Ich liebe ein Mädchen...* fängt er an.
*Warum dann die Einsamkeit?*
*Ich werde sie nie erreichen.* Er sieht traurig aus. * Wir sind uns begegnet. Sie wollte mich, aber ich habe es nicht begriffen. Und als es doch um mich geschehen war, ist es zu spät für sie gewesen.*
Sie zündet sich eine Ziggarette an. Hält ihm die Packung hin. Er nimmt sich eine.
Sie blasen den Rauch in die Nacht.
*Das ist lange her. Ich treffe sie immer mal wieder, aber ich komme nicht mehr an sie ran. Das macht mich traurig und wütend zugleich, und deshalb die Einsamkeit.*
Sie schweigen und lauschen weiter der Musik, die in die Dunkelheit hinaus dringt.
*Geben Sie die Hoffnung nicht auf. Vielleicht wird sie noch zu Ihnen kommen.* Sie lächelt ermutigend.
*Ich glaube, das wird nie geschehen. Doch ich hoffe immer noch Sie haben recht.*
Er erhebt sich. Sie umarmt ihn zum Abschied. Tröstlich und, trotz allem, hoffnungsvoll. 

Und in der nächsten Nacht sitzen sie wieder da und vertreiben ihre Einsamkeit in ihren Herzen. Die Musik spielt leis´ und die Nacht vollbringt ihr Übriges...

14.10.16 23:24, kommentieren

Seltsames Gespräch

1. Was machen Sie da?

2. Wieso? Stört Sie das?

1. Ja! Was sollen die anderen dazu sagen?

2. Welche Anderen?

1. Die da drüben zum Beispiel...

2. Wieso? Die kennen Sie doch garnicht. Fragen Sie sie doch einfach.

1. Nee, sowas macht man doch nicht!

2. Und was ich mache, auch nicht?

1. Nein! Ich würde es niemals tun!

2. Wieso?Es ist doch angenehm.

1. Vergessen Sie´s! Ich habe das noch nie gemach! Sowas ist nicht Normal!

2. Sagen Sie; müssen Sie das tun? Das ist ja richtig zwanghaft!

1. WAS???

2. Tun Sie´s doch auch mal. Es löst von Zwängen...

1. Ich glaube bei ihnen ist es eher eine Zwangshandlung! Ich habe das schon oft gesehen!

3.Guten Tag. Ihr  Therapeut ist jetzt frei.

1. Ja, bin unterwegs...

2. Einen schönen Tag Ihnen. Ich muss hier weiter machen...   ...Es löst von Zwängen...   ...Guter Satz...

12.10.16 00:16, kommentieren